1998 kyoto Installation am Kurotani Tempel Kyoto, Japan
1997 mäander 5 Siebdruck, 43 x 160 cm
mäander 4 4-teilig Radierung, 38 x 52 cm
mäander 3 8-teilig Radierung, 42 x 33 cm
mäander 2 4-teilig Radierung, 33 x 42 cm
mäander 1 4-teilig Radierung, 33 x 42 cm
mäander X 17-teilig Acryl auf Aluminium, Gesamtlänge 420 cm
1996 mäander IX 6-teilig Acryl, Sand, Graphit auf Leinwand, 100 x 100 x 20 cm je Bild
mäander VIII 6-teilig Acryl, Sand, Kohle auf Leinwand, 100 x 100 cm je Bild
mäander VII 6-teilig Acryl, Sand auf Leinwand, 100 x 100 cm je Bild
mäander VI 8-teilig wie mäander IV, Gesamtlänge 440 cm
mäander V 8-teilig wie mäander IV, Gesamtlänge 440 cm
mäander IV 8-teilig Acryl, Sand auf Aluminium,20 x 20 cm, Gesamtlänge 580 cm
mäander III 6-teilig wie mäander I
mäander II 6-teilig wie mäander 
mäander I 6-teilig Acryl, Sand auf Aluminium,20 x 20 cm, Gesamtlänge 420 cm

  
 I Largo ma non troppo * 
 Graphische Zeichen in samtig weichem Eisenoxyd gemalt schweben wie ein vorgeblendeter Fries auf Augenhöhe vor der Wand (mäander X). Ein anderes Mal (mäander I) scheint das Schwarz gleichmäßig in den Bildhintergrund einzusickern. Die grobe Körnigkeit der Farbsubstanz verbindet sich optisch mit der aufgerauhten Wandfläche. Farben gehorchen unterschiedlichen Spielregeln und verfügen über individuelle Energiepotentiale. Barnett Newman, Ad Reinhardt oder Frank Stella vergleichbar, möchte sie die Ausdruckskraft der reinen Farbe und Form erlebbar machen. Ihre Bilder erheben jedoch nicht den Anspruch, den viele Maler des „Colorfield Painting“ vertraten, geistige Absolutheit und reine Gegenwart zu verkörpern. Farbeigenschaften wie Tiefenwirkung und Vibrationsfähigkeit werden vielmehr genutzt, um zeitliche Vorgänge für den Betrachter körperlich spürbar werden zu lassen.
 
 Sabine Laidig begann ihre Arbeit mit dem Mäander, indem sie das fortlaufende Motiv in 6 oder 8 regelmäßige Teilstücke zerlegte (mäander I-X). Gemalt wurde zunächst auf 20 x 20 cm großen Aluminiumtafeln mit Acryl und beigemischtem Sand. Für das Bildgefüge entscheidend sind die Abstände zwischen den einzelnen Tafeln. Sie bestimmen die Lesegeschwindigkeit und rhythmische Spannung. 
 Der gleichmäßig fortlaufende Mäanderfries erfährt in Werkgruppe 1 eine regelmäßige quadratische Taktung. Sein Gesamtzusammenhang bleibt unangetastet. Dieses Verfahren wurde, konzentriert auf einen nichtfarbigen Bereich, in unterschiedlicher Weise angewandt. U.a. malte die Künstlerin auf großformatigen, zu dreidimensionalen Kästen aufgebauten Leinwänden, ausgesägten dünnen Aluminiumblechen, arbeitete mit Siebdruck, Radierung und realisierte eine Landschaftsinstallation in Kyoto.
 
 *) "gedehnt aber nicht allzu langsam", Tempobezeichnung i.d. Musik.